Gute Titel setzen: Ist das ein guter Titel?

Quelle: bernetblog.ch

Für einen guten Titel notiert man sich vor dem Texten den Ersteinfall. Ist der Kopf leer, notiert man in einem Zug einige Vorschläge welche einem nicht allzu abwegig vorkommen. Nach dem Erstellen des Lauftextes kehrt man zum Titel zurück und prüft, ob der Titel so trifft und die bestmögliche Vorschau bietet für den Leser.

Weniger ist mehr: Die Auswahl machts. Wichtig: Kein Titel muss alle Kriterien erfüllen – doch berücksichtigt man zwei bis drei, titelt es sich einfacher und lädt die Leser mit dem Titel zum Lesen ein.

  • Vorschau: Ein Titel fasst zusammen. Er informiert, was erwartet werden kann. Den Titel laut aussprechen hilft, den Kern zu finden. Wie würde man den Artikel weitererzählen? Was ist der Nutzen?
  • Form: Aus der Liste der besten Headlines habe ich drei herausgesucht – eine Aussage, eine Frage und ein Titel mit Substantiven. Die Auswahl ist inspirierend. o Aussage: Junge Mütter werden heute immer älter (Platz 17, «Hildesheimer Allgemeine Zeitung», gefunden in: Hohlspiegel) o Frage: «Wetten, dass..?» es nicht mehr peinlicher geht? (Platz 21, «Bild» über Lanz) o Substantivausdrücke: Die Sehnsucht nach deutsche Vita (Platz 28, «FAZ» über italienische Akademiker in Deutschland)
  • Adressiert: Passt der Titel zur Zielgruppe? Und darüber hinaus? Benennen Sie, für wen der Inhalt bestimmt ist. Beispiel: «Social Media für KMU: Mehr Reichweite – mit Content-Strategie» So kann man sich schneller mit dem Inhalt identifizieren.
  • Schlüsselwörter. Sind die wichtigsten Stichworte aus dem Inhalt drin? Für die eigene Suche und die der Suchmaschine? So ist der Text auffindbar. Schlüsselwörter helfen auch abzuschätzen, ob der Inhalt für mich relevant ist. Der Nutzen des Text soll bereits im Titel sichtbar sein. Hinweise auf Zahlen, Tipps, eine Checkliste oder das Kernthema steuert die Erwartung des Lesers.
  • Alleinstehend: Der Titel soll ohne Kontext Sinn machen. Dazu gehört Verständlichkeit; direkt, klar und einfach formulieren.
  • Effekt: Provokationen und Übertreibungen wirken. Titel sollen aber nichts anderes versprechen als im Text zu lesen ist. In der Liste der besten Headlines hat es auffällig viele Wortspiele. Alltägliche Redensarten werden integriert, bekannte Sätze angepasst und bieten so Lese-Anreiz. Auch aus der Literatur gibt es Hilfestellung: Metaphern erzeugen Bilder beim Leser und machen neugierig auf mehr. Alliterationen geben Tempo und Struktur, zum Beispiel: Treffender texten mit Titel-Tipps. Unerwartetes sorgt ebenfalls für Interesse – die Wortwahl «Der 25-Stunden-Tag» oder gleich mit der Alliteration «Nichtige Notwendigkeit» ist ungewohnt und weckt Interesse.
  • Textlänge: Der erste Wurf darf alles enthalten, was vermeintlich wichtig ist. Zum Kürzen streichen Sie Wörter ohne Informationsgehalt, Füllwörter, und Verdoppelungen. Je weniger Worte der Titel hat, desto mehr Aufmerksamkeit erhalten die wenigen Worte. Vorsicht bei Abkürzungen: Sie schrecken ab und machen den Leserkreis enger. Wenn ich den Titel nicht verstehe, wie ist dann erst der Lauftext?

http://bernetblog.ch/2013/12/02/gute-titel-setzen-ist-das-ein-guter-titel/

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